Für Lautlingen -

Gemeinsam für die beste Lösung

Leserbriefe zum Bebauungsplan Hirnau/Lautlingen



Zu: Gewerbegebiet Hirnau / Kein leichtfertiger Umgang

Stellungnahme zum Leserbrief der Herren Schmid und Schreyeck vom 02.04.2020.


Wir, die Lautlinger  Landwirte,  wollen zum Thema Gewerbegebiet Hirnau und zur allgemeinen Bewirtschaftung der landwirtschafltlichen Flächen in und um Lautlingen folgendes klarstellen:

Die Flächen auf Hirnau waren bis Anfang  der neunziger Jahre als Wasserschutzgebiet ausgewiesen und wurden durch uns unter Berücksichtigung der Auflagen bewirtschaftet, das bedeutete nur bedingte Düngung, geringer Pflanzenschutz und Vorgaben zur Begrünung und zur Bodenbearbeitung. Dies wurde nicht nur eingehalten, sondern auch durch die Behörden kontrolliert.

Das Wasserschutzgebiet wurde kurz vor Beschluß der Südumfahrung aufgehoben, sonst wäre diese Trasse gar nicht planbar gewesen. Warum dieses Wasserschutzgebiet plötzlich nicht mehr relevant war? Fragen Sie die Straßenplaner und die Herren der Stadt. Bereits seit einigen Jahren und auch aktuell werden die landwirtschaftlichen Flächen in und um Lautlingen überwiegend von 7 Landwirten bewirtschaftet, von diesen 7 Landwirten wirtschaften 2 nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus,  4 Landwirte mit völligem Verzicht auf chemisch/synthetische Stoffe, und ein konventionell wirtschaftender Landwirt mit Düngung mittels  Biogassubstrat (Abfallprodukt aus Rindergülle, Mais und Gras), somit ebenfalls umweltfreundlich. Somit sind wir der Meinung, dass wir sowohl früher als auch heute sowohl die Quellen schützen, und auch die Natur und Umwelt hegen, pflegen und erhalten. Wir erhalten das Naherholungsgebiet für Lautlingen , nicht nur auf Hirnau, sondern rund um Lautlingen, und sind für den Erhalt der Natur, und somit gegen ein total fehlgeplantes Industriegebiet Hirnau.

 

Im Namen der Lautlinger Landwirte: Martin Alber, Martin Huber,  Thomas Reinauer, Markus Roth, Bernd Stengel 




Das Leben soll weiter gehen, nur nicht auf „Hirnau“!

 

Nun mag sich mancher Leser dieses Briefes die Frage stellen, ob wir denn gerade keine anderen Themen hätten als das Gewerbegebiet  „Hirnau". Doch haben wir, denn das was dort in Lautlingen an Natur, Landschaft und hochwertiger ökonomische Anbaufläche geopfert wird ist unwiederbringlich zerstört, im Gegensatz dazu wird Corona zusammen mit uns diesen Erdball eines Tages wieder verlassen. 

Die angebliche Verantwortung  hinsichtlich einer intakten Umwelt, für die welche nach uns eventuell diese Erde bewohnen, schreiben wir uns ja immer ganz fett auf unsere Fahnen. In meinem Leserbrief vom 28.05.2003 hab ich schon auf diesen geplanten Umweltfrevel oberhalb Lautlingens hingewiesen, leider ungehört bzw. ohne Resonanz aus jeglicher Richtung.  Damals wurde das Gewerbegebiet „Hirnau“, als Ersatz für „Ehestetten“ durch eine Gemeinderatsbeschluss in den Flächennutzungsplan aufgenommen. 

Der Lautlinger  Ortschaftsrat konnte aus „Befangenheitsgründen“ dazu nicht gehört werden. Der Gemeinderat hat dem Flächennutzungsplan mehrheitlich zugestimmt, wie erwähnt ohne Votum aus Lautlingen. Doch es gab auch Gegenstimmen, ein Stadtrat wurde im damaligen Pressebericht zitiert, dessen Aussage damals und auch noch heute, hinsichtlich „Hirnau“ und „Ehestetten“, den Nagel auf den Kopf trifft. 

Ich zitiere hier nun den damaligen SPD-Stadtrat Rainer Günther nach dem Pressebericht des ZAK vom 16. Mai 2003: „ Hirnau schmerzt als verloren gegangene Naturfläche mehr als Ehestetten“. Ich will hier „Ehestetten“ nicht gegen „Hirnau“ ausspielen. „Ehestetten" wurde zurecht nach vielen Bürgerprotesten vorausschauend nicht realisiert, weil dort unsere großen Albstädter Quellenvorkommen liegen, die uns bis heute eine unabhängige Trinkwasserversorgung ermöglichen. 

Lautlingen braucht eine Umgehung und die wird nun leider südlich von Lautlingen verlaufen und über „Hirnau“. Doch zu diesem Natur- und Landschaftsverbrauch noch mit einem riesigen Gewerbegebiet aufzuschließen, ist wie oben erwähnt gefrevelt und damit unverantwortbar gegenüber den kommenden Generation. 

Ich hoffe nur, dass die Bevölkerung von Albstadt endlich aufwacht und sich nicht nur, wie so Viele, als quasi „Pseudogesellschaft pro Umwelt“ erweist. Bei „Ehestetten“ hat man es vor 17 Jahren erreicht, aber nur durch Bürgerprotest. 

Dem was ich bisher aus dem gestrigen Leserbrief von Herrn Müller gehört habe, kann ich nur zu beipflichten. Ebenso verstehe ich jene Lautlinger Bürgerinitiativen die zu Einsprüchen während der Beteiligungsphase der Öffentlichkeit  zum Bebauungsplan  Gewerbegebiet „Hirnau“ aufrufen. Es geht auch um zukünftige Sondierungsmöglichkeiten für eine vernünftige Lösung einer Umgehung, besonders, soweit noch möglich, im Rahmen ökologisch vertretbarer Möglichkeiten. 

Mit einem vorgezogenen bzw. mit einem Gewerbegebiet überhaupt verschließt man sich dabei alle Möglichkeiten. Der Stadtverwaltung würde ich vorschlagen, während der Pandemiezeit „Corona“ das Bebauungsplanverfahren still zulegen. Ich geh davon aus, dass sich meine „Stadtväter“ in das Warum und Wieso meines Anliegens bestimmt hineinversetzen können und verweise auf meinen ersten Satz.

 

Hubert Reinauer

Hinter dem Garten 20

Burgfelden 






Ursula von der Leyen verkündet mit dem „Green Deal“ das Ziel, das die EU bis 2050 klimaneutral sein soll. Artensterben, Flächenversiegelung, Ökologie, Mobilitätswende, alles Stichworte die vor und sicher auch nach Corona wieder in den Mittelpunkt rücken werden. Die nächste Generation, um die sich angeblich alle so sehr sorgen, geht mit ihrer Ablehnung des „Weiter so“ als „Fridays for Future“ auf die Straße. Während bereits annähernd 70 deutsche Kommunen den Klimanotstand ausgerufen haben und damit bei allen Entscheidungen Umwelt- und Naturschutz in den Vordergrund rücken, plant man in Albstadt mit fast 30 Jahre alten Vorhaben und verfolgt damit lupenreine egoistische Kirchturmpolitik. So als stünden unendlich Flächen zur Verfügung, sollen dreißig Hektar, fast vierzig Fußballfelder Natur überbaut werden! Fruchtbarer Boden soll Möbelhäusern weichen! Gibt es nur die Möglichkeit Gewerbegebiet mit dreißig Hektar oder kein Gewerbegebiet? Nein!


Ab jetzt wird es etwas kompliziert. Mit ihrem Plan will die Stadtverwaltung auch die geplante Trasse des Regierungspräsidiums Tübingen (Amtstrasse) zur Lautlinger Ortsumfahrung festschreiben. Sollte der Korridor für die Amtstrasse im Bebauungsplan rechtlich festgelegt werden, wäre die Alternative mit der landschaftsschonenden Tunneltrasse nicht mehr durchführbar. Man darf unserem Oberbürgermeister so viel Bauernschläue zutrauen, dass, ähnlich wie beim Vorpreschen beim Möbelhaus und dem Hickhack um den Grundstückserwerb, Tatsachen geschaffen werden sollen.  Dass die Stadtverwaltung damit den maximalen Widerstand provoziert, scheint sie nicht zu interessieren. Die, die das Gewerbegebiet grundsätzlich ablehnen, werden sich genauso widersetzen, wie diejenigen, die es zähneknirschend zu Gunsten einer umweltverträglichen Lösung bei der Ortsumfahrung akzeptieren würden. Es ist kein Zeichen von Bürgernähe, auf diesem Weg die schlingernden Planungen des RP vor dem Absturz bewahren zu wollen.


Was tun wenn Sie gegen diese Entwicklung Stellung beziehen wollen? Informieren Sie sich auf unserer Internetseite Fuer-Lautlingen.com. Schreiben Sie dann eine Stellungnahme, damit die Albstädter Stadtverwaltung und die Gemeinderäte begreifen, dass diese Planung auf Ablehnung stößt.


Bürgerinitiative Für Lautlingen – Gemeinsam für die beste Lösung


Helmut Müller

Hohenwiesenstr. 19

72459 Albstadt